Mit den Augen hören Va

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Leserbrief – Vaterland 23.03.2020

Vorgestern bei der Information über das Coronavirus übersetzte eine Gebärdensprachdolmetscherin die Botschaft des Regierungschefs und des Regierungschef-Stellvertreters. Das hat uns sehr gefreut, denn es war das erste Mal, dass wir Gehörlosen gleichberechtigt mit den Hörenden angesprochen wurden. Zum ersten Mal konnten sich die gehörlosen Frauen und Männer als Teil der Gesellschaft mit gleichen Rechten fühlen. Wir sind wahrgenommen worden, dafür sind wir dankbar. Die Gebärdensprachdolmetscherin war leider ungünstig platziert. Sie stand zu weit hinten, was für uns Gehörlose mühsam ist, weil uns das beim Sehen sehr anstrengt. Das könnte verbessert werden, wenn wir in die Vorbereitung einer solchen Übertragung mit einbezogen würden und mitreden könnten. Den Nachrichten und Informationen, welche das FLTV ausstrahlt, können wir nicht folgen. Das ist für uns, wie wenn Hörende ohne Ton fernsehen müssten. Wichtige Mitteilungen sollten von einer Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt oder wenigstens mit Untertiteln versehen werden. Die verantwortliche Person des FLTV teilte uns zu unserer Anfrage mit, dass die finanziellen Mittel für diesen Service fehlen. Hier wäre unser Wunsch, dass der Staat diese Mittel zur Verfügung stellt. Wir danken allen Bewohnerinnen und Bewohnern Liechtenstein, die unser Anliegen, zur Gesellschaft zu gehören, unterstützen. Speziell danken wir jenen, die auf Facebook geschrieben haben, dass es gut wäre, Pressekonferenzen und Informationen in Hochdeutsch und mit einer Übersetzung in Gebärdensprache auszustrahlen.

Lesebrief für Hören mit den Augen – Vaterland

Jutta Gstrein, gehörlose liechtensteinische Lehrerin für Gebärdensprache
Heidi Oehri, Präsidentin des Gehörlosen Kulturvereins Liechtenstein
Gehörlosen Kulturverein Liechtenstein, Postfach 384, FL-9490 Vaduz

Mit den Augen hören Vo

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Leserbrief – Volksblatt 23.03.2020

Vorgestern bei der Information über das Coronavirus übersetzte eine Gebärdensprachdolmetscherin die Botschaft des Regierungschefs und des Regierungschef-Stellvertreters. Das hat uns sehr gefreut, denn es war das erste Mal, dass wir Gehörlosen gleichberechtigt mit den Hörenden angesprochen wurden. Zum ersten Mal konnten sich die gehörlosen Frauen und Männer als Teil der Gesellschaft mit gleichen Rechten fühlen. Wir sind wahrgenommen worden, dafür sind wir dankbar. Die Gebärdensprachdolmetscherin war leider ungünstig platziert. Sie stand zu weit hinten, was für uns Gehörlose mühsam ist, weil uns das beim Sehen sehr anstrengt. Das könnte verbessert werden, wenn wir in die Vorbereitung einer solchen Übertragung mit einbezogen würden und mitreden könnten. Den Nachrichten und Informationen, welche das FLTV ausstrahlt, können wir nicht folgen. Das ist für uns, wie wenn Hörende ohne Ton fernsehen müssten. Wichtige Mitteilungen sollten von einer Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt oder wenigstens mit Untertiteln versehen werden. Die verantwortliche Person des FLTV teilte uns zu unserer Anfrage mit, dass die finanziellen Mittel für diesen Service fehlen. Hier wäre unser Wunsch, dass der Staat diese Mittel zur Verfügung stellt. Wir danken allen Bewohnerinnen und Bewohnern Liechtenstein, die unser Anliegen, zur Gesellschaft zu gehören, unterstützen. Speziell danken wir jenen, die auf Facebook geschrieben haben, dass es gut wäre, Pressekonferenzen und Informationen in Hochdeutsch und mit einer Übersetzung in Gebärdensprache auszustrahlen.

Lesebrief für Hören mit den Augen – Volksblatt

Jutta Gstrein, gehörlose liechtensteinische Lehrerin für Gebärdensprache
Heidi Oehri, Präsidentin des Gehörlosen Kulturvereins Liechtenstein
Gehörlosen Kulturverein Liechtenstein, Postfach 384, FL-9490 Vaduz