2021

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Alles Gute im 2021!

Im Jahr 2020 war sehr vieles anders!

Der Corona-Virus bestimmt(e) unseren Alltag

Das Coronavirus hat unser ganzes soziale und berufliche Leben bestimmt.
Vieles wird nie mehr so sein wie es war.
Aber eines hat uns diese Zeit gezeigt:
Man kann zusammen etwas erreichen, wenn man denn will.

Hoffen wir, dass das neue Jahr besser wird und wir das Virus in den Griff bekommen!

Allen Mitgliedern und natürlich auch allen Nichtmitgliedern
wünschen wir ein erfolgreiches und vor allem ein gesundes 2021!

Vorsorge für das Alter – Was bedeutet das?

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Am 14. Februar 2020 war das Publikum gespannt auf Referent Jakob Gstöhl, der über verschiedene Themen des Alters informierte und aufzeigte, worüber sich Arbeitnehmer bereits vor der Pensionierung Gedanken machen sollten.

Herr Gstöhl verstand meisterhaft, den Anwesenden diese «trockenen» und manchmal schwierigen Themen näherzubringen und mit interessanten Beispielen anzureichern. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug, denn viele seiner Themen waren dem Publikum unbekannt, aber wichtig wie zum Beispiel:

«Neue Freizeit»: Soziales Umfeld & Aufgaben

Finanzen

Wohnen im Alter

Gesundheit

Zum Schluss stellte Herr Gstöhl noch den Seniorenbund Liechtenstein vor, der seit 1994 besteht und zirka 1’800 Mitglieder zählt.

Ausserdem kann man beim Seniorenbund einen sogenannten Vorsorgeordner für SFr. 20.- beziehen. In diesem Ordner können Dokumente, Kontaktdaten etc. gesammelt werden, damit alle wichtigen Unterlagen und Informationen geordnet beisammen sind.

Viel zu schnell waren die zwei Stunden vorbei und der Referent hätte noch viel mehr zu diesen umfangreichen Themen erzählen können. Zum Glück konnten sich die Besucher am Info-Tisch mit Informationsmaterial bedienen.

Eine gehörlose Teilnehmerin im Publikum wünschte sich vom Seniorenbund, dass in Zukunft auch Unterlagen über Gebärdensprachdolmetscher für gehörlose Seniorinnen und Senioren zur Verfügung stehen.

Das Publikum war sehr zufrieden und wir dankten Jakob Gstöhl ganz herzlich mit einem Shirt mit dem GKVL Aufdruck «HALLO» Hände, das er mit Freude entgegen nahm. Ebenfalls ein herzlicher Dank geht an Jutta Gstrein, die diesen Anlass sehr gut organisiert hat.

Dass das Publikum von diesem Vortrag berührt war und sich viele Gedanken machte, zeigte sich auch daran, dass viele sich noch bis spät in die Nacht hinein austauschten und diskutierten.

Bericht: H. Oehri
Foto: R. Marxer

Bericht und Fotos: Uli

Schneeschuhwanderung 2020

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Märchenhafte Schneeschuhwanderung am Samstag 26. Januar 2019

 

Bereits zum dritten Mal gab es eine „märchenhafte Schneeschuhwanderung“ des GKVL.

Viele sind dabei gewesen: 6 Gehörlose, 7 Hörende und Bergführer Edi Eggenberger. Wir sind ins Gamperfin am Grabserberg / SG gewandert. Wir trafen  uns um 13.00 Uhr auf dem Postplatz Gams und Grabs, dann fuhren wir mit dem Auto hinauf.

Bei etwas bedecktem Himmel und guter Schneelage startete die Skitour. Wir legten die Schneeschuhe an und Edi führte uns. Wir wanderten durch den schönen Waldweg und einen leichten Aufstieg bis zu eine Hütte hinauf. Dort bot sich ein wunderbarer Ausblick nach Obertoggenburg und auf das Rheintal sowie das Fürstentum Liechtenstein. Wir machten eine gemütliche Pause und tranken Glühwein oder Punschtee und genossen ein kleines Gebäck. Nach der ca. 2-stündigen Tour gab es in der Skihütte Gamperfin ein feines Abendessen mit Rösti und Spezial Gamperfin – Cordon Bleu. Wir erhielten sogar ein kleines Überraschungsgeschenk. Das war eine schöne und unvergessliche Schneeschuhwanderung mit guter Stimmung und viel Humor. Nächstes Jahr 2020 werde ich gerne eine Schneeschuhwanderung bei Vollmond organisieren.

Bericht: Toni Schwyter
Foto: Toni Schwyter und Erwin Lippuner

S-Kino Schaan Dokumentarfilm „Die Zeit läuft für uns“

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Ausverkauft!
Bis auf den letzten Platz war das Kino besetzt.

Der sehr eindrucksvolle Film des Filmemacher Stanko Pavlica erzählt die Geschichte des gehörlosen Markus Huser aus der Schweiz. Markus Huser war ein Visionär, Pionier und Reformer für die Anliegen der Gehörlosen in den 1970er und 80er Jahren. Er wollte, dass die Gehörlosen ihre Anliegen selber regeln und selbständig und selbstbestimmt handeln. Bildung für Gehörlose war eine weitere Forderung. Denn: Wer kennt die Probleme und Schwierigkeiten von Gehörlosen besser als die Betroffenen selber! Für die damalige Zeit hatte Huser sehr ungewöhnliche und revolutionäre Ansichten.

Stanko Pavlica hat die Familie, Freunde und Mit-Kämpfer von damals besucht und ein Film-Dokument über Markus Huser und die vielen Probleme und Aktionen aus jener Zeit geschaffen.  Der Film zeigt die damals neue Gehörlosen-Identität und das neue Selbstbewusstsein in der Gehörlosen-Gemeinschaft. Und der Film erzählt, wie der „Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS“ dank Gehörloser selbstbestimmter wurde und sich deshalb verstärkt für die Bedürfnisse der Betroffenen einsetzen konnte.

Nach all dem, was sich bis heute verändert hat, bleiben am Schluss des Films aber zwei Fragen:
Wo gibt es heute einen Visionär und Kämpfer wie Markus Huser? Wo stehen Gehörlose heute?

In der Diskussion nach dem Film zeigte sich leider klar: Bilingualität, Schulunterricht in Gebärdensprache, genügend Gebärdensprachdolmetscher und die Finanzierung von Dolmetschern, Untertitel im Fernsehen und Inklusion sind auch nach 30 Jahren immer noch nicht selbstverständlich.

So gab es viel Applaus für Stanko Pavlica und seinen Film! Beim Apero wurden die Diskussionen fortgeführt und die vielen Möglichkeiten zum Austausch von allen genutzt. Auch einige Vertreter aus der Politik sind gekommen. Viele waren am Thema sehr interessiert und richtig betroffen von der oft noch diskriminierenden Situation für Gehörlose. Auch wenn sich einiges verbessert hat, ist der Weg zu Barrierefreiheit für Gehörlose noch nicht fertig.

Vielen Dank allen Unterstützern!
Der Gehörlosen Kulturverein Liechtenstein dankt dem Team des Frauennetz Liechtenstein – ganz besonders Frau Helen Marxer -, dem Gemeindevorsteher von Schaan Herrn Daniel Hilti, dem SKino und allen Besuchern für ihr Interesse und ihre Unterstützung.

Für alle, die den Film „Die Zeit läuft für uns“ nochmal sehen wollen oder den Film weiterempfehlen möchten – der Film wird auch auf den 55. Solothurner Filmtagen gezeigt (https://www.solothurnerfilmtage.ch/ ) und soll danach auch nochmal im SKino in Schaan (https://skino.li/ ) laufen .
Weitere Termine und Details sind unter http://markushuser.ch zu finden.

Bericht und Fotos: Uli

Märchenhafte Schneeschuhtour bei Vollmond 10.01.2020

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Toni Schwyter organsierte die 4. „märchenhafte Schneeschuhtour bei Vollmond“ des GKVL.

6 Gehörlose und 4 Hörende wanderten mit Bergführer Edi Eggenberger ins Gamperfin auf ca. 1300 m am Grabserberg SG.

Wir trafen uns um 17.30 Uhr auf dem Postplatz Gams und Grabs, dann fuhren wir mit dem Auto hinauf zum Ausgangspunkt.  Das leichtbewölkte Wetter war angenehm und es lag genügend Schnee. Auch konnten wir den hellen Vollmond gut erkennen. Wir legten die Schneeschuhe an und Edi führte uns. Wir wurden mit einem wunderbareren abendlichen Ausblick auf das Rheintal und das Fürstentum Liechtenstein belohnt. Mitten im Wald war eine schöne Atmosphäre mit Teelichtern gezaubert worden. Wir machten eine gemütliche Rast und tranken etwas Glühwein oder Punsch und genossen kleine Knabbereien. Nach der ca. 2-stündigen Tour gab es in der Skihütte Gamperfin ein stärkendes Abendessen. Alle erhielten sogar ein kleines Überraschungsgeschenk. Wieder einmal war es eine schöne und unvergessliche Schneeschuhtour mit guter Stimmung und viel Humor. Nächstes Jahr dann gerne wieder!

Bericht: Toni Schwyter
Foto: Toni Schwyter und Erwin Lippuner

Silvesterparty mit Überraschung

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Am Silvesterabend herrschte Feststimmung in Triesen, im Clubraum des Gehörlosen Kulturvereins Liechtenstein. Die festlich gedeckten Tische, mit weissen Tischtüchern, Kerzen und Dekorationen sowie die bunten Bänder und Ballone im Raum, sorgten bereits vor dem Fest für eine feierliche Stimmung.

Um 17.00 Uhr wurde die Tür des Clubraums für die angemeldeten Personen aus verschiedenen Regionen der Schweiz und aus Liechtenstein geöffnet. Bei feinem hausgemachtem Apero-Gebäck und einem Glas Weisswein bekamen die Gäste eine erste Gelegenheit zum Austausch und miteinander anstossen.

Koch Rolf Kyburz und Toni Schwyter waren für das leibliche Wohl besorgt und verwöhnten die Anwesenden mit einem hervorragenden 4-Gang Menu. Der Thurgauer Weisswein-Suppe mit Rahm folgte ein Blattsalat mit Puten-Brokkoli-Terrine. Der Hauptgang, ein Kalbssteak mit Morchel Sauce oder Kräuterbutter wurde von Nüdeli, grünen Bohnen im Speckmantel und sautierten Rüebli begleitet und schmeckte allen hervorragend! Ein Dessert Surprise rundete das Dinner ab und wer noch immer ein wenig Lust oder Appetit hatte, durfte sich an einer Käseplatte mit Früchten, Nüssen und Wurzelbrot erfreuen.

Dieses hervorragende Essen versetzte Rainer Oehri in Spenderlaune und er offerierte eine Flasche Rotwein und eine Runde Weisswein. Herzlichen Dank Rainer!
Inzwischen waren die Gäste bester Laune und wurden von den Köchen gleich noch einmal überrascht, denn Rolf Kyburz und Toni Schwyter können nicht nur kochen, sondern auch unterhalten, was sie mit einem lustigen Spiel bewiesen.
Sie reichten allen Gästen einen vergoldeten Zylinderhut und jede Person mussten einen Zettel ziehen. Fast alle Zettel waren leer, auf 3 Zetteln war jedoch je ein Wort geschrieben: Kaminfeger – Sterne – Ferkel.

Paul Mielsch und Bruno Lüthi fanden je ein Wort auf ihrem Zettel und – GKVL Präsidentin Heidi Oehri, welche den letzten Zettel aus dem Hut zog, von dem sie dachte (und hoffte…), dass er ganz sicher leer sei… Sie hatte sich getäuscht und musste mit den beiden Herren aufs Podium. Dort angekommen, gab es eine Art Wettbewerb. Jede der drei Personen musste vor dem Publikum Hinweise auf das Wort auf dem Zettel gebärden. Heidi Oehri gewann mit ihren Hinweisen zum Thema „Kaminfeger, der Glück im neuen Jahr bringt“. Die Jury, bestehend aus den beiden Köchen fand ihren Beitrag am besten und sie wurde mit einem Korb mit Bauernhof-Produkten belohnt, den Rolf Kyburz und Toni Schwyter gespendet hatten. Aber auch Heidis Konkurrenten gingen nicht leer aus und bekamen kleinere Körbe.

Nachdem sich die Leute im Saal wieder etwas beruhigt hatten, erzählte Rolf in Gebärdensprache noch kurz die Geschichte eines mexikanischen Brauchs an Silvester. Dort werden am Silvesterabend Ferkel verschenkt und wer ein solches Ferkel bekommt, muss es in der Silvesternacht mit ins Bett nehmen und neben ihm schlafen. Nur so hat diese Person Glück im neuen Jahr… sagen die Mexikaner.

Die Zeit verging wie im Flug und schon zeigte die Uhr Mitternacht – höchste Zeit, um mit einem Glas Sekt – gespendet vom GKVL – auf ein glückliches neues Jahr 2020 anzustossen. Bei bester Laune und guter Stimmung wurde noch bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert, bis sich schliesslich alle glücklich und zufrieden auf den Heimweg machten.
Ein ganz herzlicher Dank geht an die beiden hervorragenden Köche und Unterhalter Rolf Kyburz und Toni Schwyter, mit Doris Siegfried und Rita Schwyter (Foto)

Bericht: H. Oehri
Foto: R. Schwyter

Samichlaus 2019 – 30.11.2019

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Nikolausfeier 30.11.2019 Clubraum Triesen

Ab 15 Uhr kam einer nach dem anderen, es wurden immer mehr Gäste und eine gute Stimmung war im Clubraum zu spüren. Um 16Uhr begann das beliebte Spiel „Lotto“. Man konnte pro Spiel 3 Mal gewinnen – und zwar wer zuerst eine Reihe pro Karte, dann zwei Reihen pro Karte und am Schluss eine volle Karte hatte. Wir spielten das Ganze mit drei Durchgängen, es war immer sehr spannend. Die Preise, die man gewinnen konnte, waren gut ausgewählt – so wollte jeder unbedingt mindestens ein Mal gewinnen. Nach dem Spiel freuten sich alle auf das sehr feine Salatbüffet mit Fleischkäse und saftigem Schinken. Der Koch Toni hat – wieder einmal – eine bunte köstliche Auswahl an Salaten geboten.

Nach dem Abendessen warteten wir ungeduldig und neugierig auf den Nikolaus. Der Nikolaus kam pünktlich um 19:30Uhr in den Clubraum. Alle waren gespannt – egal ob kleine Kinder oder grosse Erwachsene – wer wohl im Nikolaus-Kostüm versteckt war. Er begrüsste uns herzlich mit vielen gefüllten Säcklein für über 30 anwesende Gäste. Jeder Gast bekam ein Säcklein überreicht. Nachdem der Nikolaus wieder gehen musste, durften wir raten, wer er sein könnte. Gleich vier Personen fanden richtig heraus, wer der verkleidete Nikolaus war! Es war Erwin Lippuner. Zum Schluss versüsste uns der Koch Toni Schwyter mit mehreren, feinen Desserts den netten Abend. Alle haben wir die Gemeinschaft mit Plaudern genossen. Die letzte Gäste unterhielten sich sogar bis 23:30Uhr. Schön war auch, dass hörende und gehörlose Gäste miteinander gefeiert haben.

Bericht:
Bernadette Arpagaus

Fotos:
xxx

Kinesio-Tapes – 25.10.2019

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Am 25.Oktober fand der Vortrag über „Kinesiotape“ im Clubraum Triesen statt.

Irmgard Weerts, Physiotherapeutin aus dem Zürcher Oberland, berichtete vieles über Kinesio-Tapes.

Auffällig ist, dass sich immer mehr Sportler die blauen, rosa oder schwarzen Bänder auf bestimmte Muskeln kleben, z.B. am Knie, Wadenbein, Schulter, Ellbogen usw. Diese Tapes können den Muskeln helfen oder sie unterstützen, dass die Beschwerden kleiner werden oder gar verschwinden. Tapes sind Heilpflaster und sie wurden in Japan erfunden. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Formen. Sie sind meistens wasserfest und können mehrere Tage auf der Haut gelassen werden. Welche Farbe spielt keine Rolle. Man sagt symbolisch, dass blau eher kühlt, rot wärmt und schwarz stabilisiert. Man muss aber die Tapes richtig anwenden und kann dies auf „You Tube“ (Video im Internet) nachsehen. Wenn die Beschwerden mit der Zeit nicht besser oder schlimmer werden, sollte man zum Arzt oder Physiotherapeuten gehen. Kinesio-Tapes kann man auch im Aldi, Lidl und Coop kaufen; trotzdem ist es am besten in der Apotheke oder in einem Sportgeschäft. Auch zeigte uns Irmgard Weerts an 2 Teilnehmerinnen, wie man Tapes richtig verwendet. Eines am Nacken/Schulter und das andere am Arm. Es war sehr interessant und von den Teilnehmer/innen wurden viele Fragen gestellt.

Bericht: Claudia Müller
Fotos: Ramona

Ausflug zum Baumwipfelpfad 05.10.2019

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Der Ausflug zum Baumwipfelpfad fiel wortwörtlich ins Wasser. Der starke Regen zwang mich, zum Plan B zu greifen, denn das Abendessen in der Schüür in Brunnadern konnte nicht abgesagt werden. Der Grund dafür war eine Toggenburger Spezialität, die man eine Woche im Voraus beim Metzger bestellen musste. Zudem dachte ich, es wäre schade, die Leute, von denen viele von weit her extra zum Essen kamen, wieder nach Hause zu schicken (die meisten Familien kamen aus Österreich angereist und eine Familie aus dem Wallis mit über 4 Stunden Zugfahrt).

Statt des Baumwipfelpfads besuchten wir die Schokoladenfabrik Maestrani in Flawil. Natürlich wurden viele verschiedene Schokoladen degustiert, das Beste aber kam zum Schluss: alle Kinder durften selber Schokoladen verzieren. Wir mussten aber aufpassen, dass die kleinen Schleckmäuler nicht satt wurden vor dem Abendessen in der Schüür.

Wir hatten das Restaurant für uns alleine, so störten die Kinder niemanden.

Die Schüür ist ein ehemaliger Stall, der zu einem gemütlichen Raum umgebaut worden ist. Da arbeiten Menschen mit Handicap.

Uns wurden Siedwurst mit Chäshörnli und Apfelmus serviert. Für die Kleinen gab es Pommes-Frites mit Wienerli.

Eine Überraschung gab es auch noch… Mein Mann hatte an diesem Tag Geburtstag und alle bekamen ein Stück Dessert von einer Ein-Meter langen Cremeschnitte.

Und ich denke, alle sind zufrieden über die gemeinsame Zeit, wieder nach Hause gegangen.


Bericht und Fotos: Nicole Brägger

Ein ganz besonders grosser Dank an Nicole Brägger, für die Mühe und grossartige Organisation dieses wunderbaren Tages!

Gehörlose im Seniorenalter – 07.09.2019

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Zukunft der heutigen Gehörlosen im Seniorenalter

Am 7. September 2019 fand eine sehr spannende, dreistündige Veranstaltung mit einem Vortrag zum Thema „Soziale Isolierung der älteren Gehörlosen“ statt.

Eine Überraschung waren die vielen Gehörlosen, welche unerwartet aus den Nachbarländern Schweiz und Österreich angereist waren und sich freudig begrüssten.

Marcus Willam, gehörlos, aus Nürnberg, arbeitet hauptberuflich als Arbeitserzieher und nebenberuflich als Künstler im Bereich Pantomime und Gebärdensprachpoesie.

Normalerweise hält er seine Vorträge in ganz Deutschland und ist damit ausgelastet. Nun machte er jedoch eine Ausnahme und kam für ein Referat nach Zürich in die Schweiz und nach Triesen in Liechtenstein.

Der Vortrag in Liechtenstein wurde humorvoll und witzig präsentiert, jedoch mit ernstem Inhalt, der die gehörlosen Teilnehmer zum Nachdenken brachte. Wie können wir die Situation für gehörlose Senioren erleichtern?

Das Altersheim für gehörlose Senioren „De Gelderhorst“ in Holland, gilt als gutes und bekanntes Beispiel, wie dies umgesetzt werden könnte. Dort haben sich bereits vor 65 Jahren Gehörlose um ihre Zukunft im Alter Gedanken gemacht und so entstand die Idee für „De Gelderhorst“. Die Einrichtung ist speziell auf die Bedürfnisse gehörloser Senioren ausgerichtet, von der Architektur bis hin zum Pflegepersonal. Ein Platz ist sehr begehrt. Die Warteliste liegt aktuell bei 125 Personen. Ein Traum für viele Gehörlose.
 

In der deutschsprachigen Schweiz gibt es drei Wohn- und Altersheime für Gehörlose – im Appenzellerland, dem Kanton Zürich und im Kanton Bern.  

Ein gutes Beispiel ist das Haus Vorderdorf in Trogen, weil es in erster Linie gehörlosen und hörbehinderten Menschen zur Verfügung steht. Allerdings wird zwischen Bewohnern und Personal in Lautsprache kommuniziert, da das Personal momentan noch keine Gebärdensprach-Kompetenz besitzt.

Das Hirzelheim in Regensberg/ZH dagegen, zählt nur wenige gehörlose Bewohner, dafür können sich einige Mitarbeitende in Gebärdensprache verständigen, da sie entsprechende Kurse besucht haben.

Ein Vorprojekt für neue Wohn- und Pflegformen für gehörlose Senioren wird von „sichtbar gehörlose Zürich“ ausgearbeitet.

Gegen Ende seines Vortrags setzte sich Marcus Willam auf einen Stuhl und schlüpfte in die Rolle einer gehörlosen Seniorin, die von ihrem trostlosen Leben im Altersheim erzählte…

„Ich bin die einzige Gehörlose unter Hörenden… die hörenden Pflegerinnen vergessen die wenigen Gebärden immer wieder… die Untertitel im Fernsehen laufen zu schnell…“

„Die soziale Isolation im Alter ist eine Realität, die in wenigen Jahrzehnten auf uns Gehörlose zukommt“, erklärte Marcus weiter. Dann stand er auf und warf den Stuhl zu Boden. Damit wollte er uns aufrütteln, uns zeigen, dass es so nicht weiter geht und wir uns aktiv wehren müssen! Ruhig sitzen bleiben ist keine Lösung!

Nach dem eindrucksvollen Vortrag beschäftigten uns viele Fragen, von denen wir einige gerne teilen möchten:

  1. Wie sieht die Kommunikation zwischen gehörlosen Senioren und dem Pflegepersonal genau aus?
  2. Sind die Mitarbeiterinnen gebärdensprachkompetent?
  3. Gibt es genügend kommunikationsgerechte Angebote für gehörlose Senioren?
  4. Gibt es Angebote für Menschen, die den Wunsch nach einem gemeinsamen Lebensabend innerhalb der Deaf Community (Gehörlosen-Verein) haben?
  5. Warum ist die barrierefreie Teilhabe und soziale Einbindung in die Alltagsplanung für gehörlose Senioren immer noch kaum vorgesehen?

Eine Heimat findet Ihr in Eurem Verein!

Auch gehörlose Senioren brauchen natürlichen Kontakt und hochwertige Kommunikation im Alter. Sie haben das Recht, ihre Gebärdensprache zu benützen und in Würde zu altern.

Der Vortrag hat uns den Denkanstoss gegeben, sich mit unserer eigenen Zukunft auseinanderzusetzen. Es lohnt sich, sich jetzt zu engagieren!

Einen besonders grossen Dank an Marcus Willam, dass er hierhergekommen ist und sich Zeit für uns genommen hat.

Bericht: Jutta Gstrein
Foto:     Jutta Gstrein